Google

Freitag, 25. Juli 2008

Botaniker: So stoppt man die Ambrosia artemisiifolia

Ambrosia, die Speise der griechischen Götter, soll Unsterblichkeit verliehen haben. "Solche positive Wirkung löst Ambrosia artemisiifolia, das Beifußblättrige Traubenkraut, nicht aus", warnt das Julius-Kühn-Institut, das aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) hervorgegangen ist. Dieses Kraut kann bei Menschen schwere allergische Reaktionen auslösen. Der Grund: die besondere Oberflächenstruktur der Pollen. Da Ambrosia zudem erst im Spätsommer blüht und dann pro Pflanze bis zu einer Milliarde Pollen freisetzt, verlängert sich die Leidenszeit der Pollenallergiker um zwei Monate. In der Poebene (Italien), wo das aus Amerika stammende Kraut weit verbreitet ist, ist die Allergierate bereits um 60 Prozent gestiegen.

"In Hamburg gibt es sporadische Vorkommen, deren Anzahl aber in den vergangenen Jahren zugenommen hat", sagt Hans-Helmut Poppendieck vom Biozentrum Klein Flottbek. "Bisher trat es vor allem in der Nähe des Krankenhauses Eilbek und auf den Brachen im Hafen auf." Zarko Plevnik, Generalkonsul der Republik Kroatien, ruft, wie berichtet, unter der Parole "Hamburg gegen Ambrosia" zum Vernichtungskampf auf. Am 27. Juli will er sich um 10 Uhr mit Gleichgesinnten an der Kreuzung Fontenay und Alsterufer treffen, um zwei Stunden lang Pflanzen entlang dem Alsterwanderweg zu entfernen. Auch im Süden und Südwesten Deutschlands sowie rund um Berlin wurde eine Zunahme des Krauts registriert, wie die Karte der Fundorte zeigt, die das Julius-Kühn-Institut herausgibt.

Ambrosia aus der Familie der Korbblütler wird 30 bis 150 Zentimeter hoch. Die Stängel der einjährigen Pflanze sind behaart, die Blütenstände gedrungen, die Wuchsform ist kugelig. Junge Pflanzen entwickeln sich zunächst sehr langsam. Erst im Juni setzt ein stärkeres Höhenwachstum ein. Eine große Pflanze kann bis zu 60 000 Samen bilden, die mehrere Jahrzehnte keimfähig bleiben. Das Julius-Kühn-Institut zählt das Kraut zu den gefährlichsten Pflanzen, die gegenwärtig Deutschland erobern. Um die Ausbreitung zu unterbinden, rät der Botanische Verein zu Hamburg:

Fragen Sie beim Einkauf nach Ambrosia-freiem Vogelfutter.

Finden Sie junge Ambrosia-Pflanzen, reißen Sie diese mit Handschuhen aus und werfen Sie sie in die Mülltonne.

Blühende Pflanzen sollten Sie nur mit Handschuhen und Mundschutz ausreißen. Allergiker sollten diese Arbeiten nicht durchführen.

Bitte melden Sie größere Bestände, z. B. im öffentlichen Grün, an die Gartenbauabteilungen der Bezirksämter oder an das Julius-Kühn-Institut (ambrosia@jki.bund.de).

www.jki.bund.de
ang

Keine Kommentare:

 
Hochzeit